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  • Der für den 1. Oktober 2017 beschlossene "Rahmenvertrag über das Entlassmanagement im Krankenhaus" ist meines Erachtens

FAQ - Bereich

Vergleich von Kodier-Ausbildungen, Zertifizierung, Empfehlung:

Liegen Ihnen vielleicht Informationen über Ausbildungen zur Kodierfachkraft vor? Gibt es Referenzen oder Aussagen zur Ausbildung von verschiedenen Anbietern?

Wir können Ihnen aus naheliegenden Gründen keinen speziellen Anbieter für die Qualifikation zur Kodierfachkraft empfehlen.

Die sich ständig ändernden Curricula und Ausbildungsordnungen der meist privaten Anbieter werden von uns nicht geprüft, amtliche Ausbildungsordnungen gibt es für den Beruf der Kodierfachkraft nicht. Die vielfältig verliehenen Zertifikate haben ebenfalls keinen amtlichen Charakter, sondern sind lediglich Bescheinigungen über den inhaltlich erarbeiteten Stoff.

Letztlich können Sie in entsprechenden Diskussionsforen natürlich Erfahrungsberichte ehemaliger Teilnehmer abrufen, um sich zu orientieren (z. B. www.mydrg.de).



Eingruppierung für DRG-Kodierer/Fallmanager

Wie ist die korrekte Eingruppierung für DRG-Kodierer/ Fallmanager in den entsprechenden Entgeltgruppen?

Zur Zeit ist die Besetzung in der Krankenhäusern mit Kodierfachkräften bzw. Fallmanagern sehr inhomogen. Es finden sich Pflegekräfte, teils auch mit Fachweiterbildung neben reinen Abrechnern oder Dokumentationsassistenten mit Zusatzqualifikationen. Die Vergütungsmodalitäten sind entsprechend der beruflichen Herkunft der Fachkräfte historisch gewachsen und orientierten sich meist an der bisherigen (z. B. pflegerischen) Vergütung, z. T. entfielen nur die Zuschläge für die wechselnden Dienstzeiten. Üblicherweise werden momentan die Gehälter von dieser Basis ausgehend frei verhandelt. Offizielle Tarifwerke für den Bereich Kodierung / Casemanagement / Medizincontrolling gibt es nicht. Der Beruf der Kodierfachkraft bzw. des Casemanagers ist bisher nicht über die ansonsten üblichen Ausbildungswege erlernbar, es gibt auch keinen offiziellen "amtlichen" Abschluß seitens staatlicher Institutionen. Insofern könen wir keine belastbaren Angaben zur Eingruppierung von Kodierfachkräften bzw. Fallmanagern liefern. Das erzielbare Gehalt dürfte basierend auf der Qualifikation sowie Zusatzqualifikationen und nicht zuletzt auch der Wertschätzung der Tätigkeit durch den Dienstgeber verhandelbar sein. Darüberhinaus wird das Alter, sowie die Dauer der Tätigkeit (Berufserfahrung) beim Dienstgeber eine Rolle spielen.



Kodierung: V.a. invasive Candidose

Fallbeschreibung:

Ein (septischer) Intensivpatient mit hochgradigem Verdacht auf eine invasive Candidose wird mit einem zusatzentgeltfähigen Antimykotikum (z.B. Ecalta®) behandelt. Leider lässt sich der Erreger nicht nachweisen bzw. es stellt sich heraus, dass die Blutkultur im gesamten klinischen Verlauf negativ war. Die klinische Symptomatik (septische Konstellation) verbesserte sich deutlich nach den ersten Gaben des Antimykotikums.

Das geschilderte Beispiel ist nachvollziehbar und entspricht den Erfahrungen aus dem klinischen Alltag, dass sich bei Pilzinfektionen ein Keimnachweis häufig nicht führen lässt und dennoch mit einer empirischen Therapie begonnen werden muss, weil eine entsprechende Verdachtsdiagnose klinisch sehr wahrscheinlich ist.

Wie ist dieser Patient trotz fehlendem Erregernachweis zu kodieren?

Für die Kodierung von Verdachtsdiagnosen gibt es konkrete Anweisungen in den für die Kodierung maßgeblichen und bundesweit einzuhaltenden Deutschen Kodierrichtlinien. In der DKR D008b findet sich dazu:

DKR D008b Verdachtsdiagnosen

"Verdachtsdiagnosen im Sinne dieser Kodierrichtlinie sind Diagnosen, die  am Ende eines stationären Aufenthaltes weder sicher bestätigt noch sicher ausgeschlossen sind. [...]

Wenn eine Behandlung eingeleitet wurde und die Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig waren, ist die Verdachtsdiagnose zu kodieren."

Vergleichbares Beispiel (DKR D008b):

Ein Patient wurde mit Verdacht auf Meningitis wegen starker Kopfschmerzen aufgenommen.

Die Untersuchungen während des stationären Aufenthaltes haben die Diagnose einer Meningitis weder bestätigt noch sicher ausgeschlossen. Eine spezifische Behandlung der Meningitis wurde jedoch eingeleitet.

 Hauptdiagnose:  G03.9  "Meningitis, nicht näher bezeichnet"

 Dieses Beispiel läßt sich auf den von Ihnen skizzierten Fall anwenden.

Charakteristisch in beiden Beispielen ist:

a) es gelingt nicht, anhand objektiver Kriterien eine Krankheit nachzuweisen

b) es gibt eine klinisch plausible Verdachtsdiagnose, die bis zum Ende des stationären Aufenthaltes auch weder sicher bestätigt noch ausgeschlossen werden kann

c) es wurde eine spezifische Therapie eingeleitet.

Die Kodieranweisung hierzu lautet nach DKR D008b

"Wenn eine Behandlung eingeleitet wurde und die Untersuchungsergebnisse nicht eindeutig waren, ist die Verdachtsdiagnose zu kodieren."

Was ist bei der Dokumentation gerade auch im Hinblick auf die Zusatzentgelte zu beachten?

Für die Dokumentation unter dem Aspekt der Abrechnung muss aus der Patientenakte hervorgehen, dass es sich um eine medizinisch plausible Verdachtsdiagnose handelt und dass eine spezifische Therapie eingeleitet wurde. Speziell bei Zusatzentgelten ist auch die Dosierung des Medikamentes über den gesamten stationären Verlauf zu dokumentieren, die Einzeldosen sind zu addieren und am Ende des stationären Aufenthaltes einmal mit dem entsprechenden OPS-Schlüssel zu kodieren. Dabei ist zu beachten, dass nur die dem Patienten verabreichte Menge zu kodieren ist, evtl. anfallender Verwurf ist nicht zu berücksichtigen.

Was kann ein Krankenhaus tun, um die Erstattung der Zusatzentgelte auf jeden Fall zu sichern?

Formal kann das Zusatzentgelt von jedem Krankenhaus abgerechnet werden, außer den genannten inhaltlichen Voraussetzungen gibt es keine Einschränkung.

Wie könnte das Krankenhaus bei eventuellen MDK-Anfragen am besten argumentieren?

Die Anfragen zur korrekten Abrechnung erfolgen durch die Kostenträger, diese beauftragen den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), um die Abrechnung zu überprüfen.

Wichtig ist grundsätzlich eine gute Dokumentation, da die Krankenkassen natürlich ihre Krankenhäuser aus den MDK Gutachten kennen und genau wissen, wo öfter unzureichend dokumentiert wird.

Die Argumentation bei fehlendem Keimnachweis muss konsequent der Kodierrichtlinie "Verdachtsdiagnosen" folgen. Es dürfte dann kaum möglich sein, eine durchgeführte Therapie anhand der Aktenlage ex post zu widerlegen. und das Zusatzentgelt zu versagen.